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ist transpersonale und psychoenergetische Bewusstseinsarbeit


Was ist psychoenergetische Bewusstseinsarbeit?

Psyche = Seele.
Jeder Mensch hat einen inneren Körper, den Energiekörper. Er ist die Lebendigkeit in und um Deinen physischen Körper. Je nachdem, wie bewusst / unbewusst Dir dieser ist, kannst Du ihn in manchen Lebenssituationen fühlen oder bist unbewusst mit seinem situativen Zustand identifiziert. In seiner Unbewusstheit ist er vergleichbar mit dem, was Eckhart Tolle den Schmerzkörper nennt.
Der Energiekörper ist die feinstoffliche „Grundlage“ Deines physischen Körpers. Gedanken, Gefühle und besonders Emotionen bewegen ihn deutlich. Stell dir ein Baby vor, das mal ruhig, mal lebendig ist oder wild strampelt. Hier ist ganz deutlich zu sehen, wie die „Gefühlsbefindlichkeit“ den ganzen Körper bewegt. Ein Baby hat noch kaum Persönlichkeit (Persona = Maske), die die natürliche Lebendigkeit, den natürlichen Fluss / Tanz der Lebensenergie hindert, bremst oder gar festhält. So ist ein Baby immer mit dem ganzen Körper in Bewegung. Durch Konditionierung (Angst, Zurückweisung, Ablehnung etc.) erlernen wir bestimmte Seinszustände zu bremsen, halten oder unterdrücken. Letztlich ist der Energiekörper ebensowenig festhaltbar wie die Sonne, denn selbst der härteste „Persönlichkeitspanzer“ ist nur eine Modifikation der Lebensenergie. Der Versuch Lebensenergie aufzuhalten, richtet diese nur nach innen, wodurch Neurosen, später vielleicht Krankheiten entstehen können.

Psychoenergetisch mit jemanden zu arbeiten, bedeutet, sich mit dem Energiekörper auf den Energiekörper zu beziehen und Aufmerksamkeit auf jene Bereiche zu lenken, die eher unbewusst sind. Das kann mit gesprochenen Worten geschehen, mit situativen Übungen, die Dich in eine Situation bringen, in der Bereiche „angesprochen“ werden, die bis zu diesem Moment unbewußt waren. Oft hast Du das Gefühl, nachgeahmt / gespiegelt zu werden und so ist es auch. In solchen Momenten wird sehr lebendige Energie frei. Die Energie hat psychologische Eigenschaften, Charakteristika, die im ersten Moment unangenehm (weil bis dahin ungeliebt) erscheinen können. Vor allem dann, wenn das, was da gespiegelt wird, unbewusste Automatismen und Verhaltensweisen sind. Die psychoenergetische Reaktion in solchen Momenten kann sich dann wie Scham, Irritation, Ängstlichkeit etc. anfühlen, verwandelt sich aber nach kürzerer Zeit der liebevoll–bewussten Zuwendung wieder zurück in das, was es war, bevor es zu neurotischem Ver-Halten wurde: Bewusstsein. Ebenso könnte sich die freiwerdende Energie erleichternd, froh und lebendig anfühlen, wie eine Welle tiefen Gefühls oder innerer Stille – je nach dem, was die Themen der zurückgehaltenen Energie sind.
(Ein Bild: Stelle Dir eine züngelnde Flamme in Menschengestalt vor, die auf einer Bühne verschiedene Zustände menschlicher Befindlichkeit tanzt. Eine zweite solche Flamme kommt hinzu und kopiert die Zustände der ersten Flammengestalt. Darüberhinaus ermutigt die zweite Flamme die erste, durch Aufforderung oder Vormachen, Formen von Größe und Schönheit anzunehmen, die diese zwar geahnt, sich aber noch nicht zu verkörpern gewagt hatte.)
Wenn ich versuche, diese Arbeit mit Worten für den Verstand zu beschreiben, klingt das alles immer sehr… sensationell. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen sehr einfachen, schlichten aber feinfühligen Vorgang. Auch dieser Text braucht nicht als Konzept oder Methode missverstanden zu werden – es ist nur eine Beschreibung…

Was ist transpersonale therapeutische Selbstarbeit?
»Transpersonal« bedeutet »jenseits der Person«. Die Entwicklung der Persönlichkeit und ihr Herauslösen aus problematischen Verstrickungen mit anderen Menschen ist ein Hauptziel konventioneller Psychotherapie. Wenn Therapie jedoch dem weiteren Ausbau der Grenzbefestigungen um unser Ego dient, kann damit nur vordergründig gutes Funktionieren an der »Benutzeroberfläche« unserer Realität erreicht werden. Eine tiefere Schicht unseres Wesens bleibt davon unberührt, unerlöst. Krankheit kann aus der kränkenden Verleugnung dessen hervorgehen, was wir im Innersten sind: Ein Bewusstsein, (Innen)Raum und Stille. Heilung, Erfüllung, Friede kommt von »jenseits der Person«. Transpersonale Therapie ist ein zukunftsweisender Heilungsansatz, der weniger eine neue Richtung als eine neue Dimension von Therapie / Selbstarbeit bedeutet.

Was ist transpersonale therapeutische Arbeit?
Drei Aspekte:
1.Transpersonale therapeutische Arbeit erzeugt einen transpersonalen Bewusstseinszustand.
2.Transpersonale therapeutische Arbeit begleitet Menschen von der personalen zur transpersonalen Ebene / Bewusstheit
3.Transpersonale therapeutische Arbeit wendet ein transpersonales Bewusstsein zur „Behandlung“ von psycho-sozialen Problemen an.
Um diese besser zu verstehen, muss man sich zunächst ein Bild davon machen, was ein transpersonaler Bewusstseinszustand ist: Er überschreitet unser Alltagsbewusstsein, das in der transpersonalen Psychologie (in Anlehnung an Ken Wilber) als personales Bewusstsein beschrieben wird. Personales Bewusstsein ist das Ich-Bewusstsein. Damit ist nicht nur der fortgeschrittene Narzissmus, unser Ego gemeint, sondern der „normale“ Zustand, in dem wir uns als Subjekt fühlen, uns als Individuen erleben, als Denker unserer Gedanken. Als ein Ich, das sich mit der Geschichte der Ereignisse seiner Vergangenheit identifiziert, dieser Geschichte eine Bedeutung und sich so einen “Selbstwert” gibt – immer damit beschäftigt, die persönliche Geschichte weiter zu spinnen, und zu einer Zielvorstellung von Erfolg und Erfüllung (was immer das im Einzelfall ist) zu führen.
Dieses Ich-Bewusstsein ist gepaart mit unserem Gefühl, von der Welt getrennt zu sein, uns zu unterscheiden von anderen Menschen, mit denen wir in Beziehung treten können. Es bedeutet, die Gegenstände der Welt als Objekte zu betrachten, zu behandeln, zu benutzen und vielleicht auch zu missbrauchen. Ein transpersonales Bewusstsein löst diese Trennung gegenüber der Welt und den Anderen nicht auf, es macht sie aber feiner, zarter, subtiler. In solchen Zuständen fühlen wir uns verbundener, den Menschen und den Dingen, letztlich sogar uns selbst und unserem Wesen näher. Man könnte sogar sagen, das transpersonale Bewusstsein ist das unmittelbare Erleben unserer wahren Natur.

Wer oder was ist wach?
Ein leichter Zugang dazu eröffnet sich, wenn wir unsere Aufmerksamkeit von dem abwenden, was wir beobachten (also z.B. von dem, was der Leser gerade liest) und sie dem Betrachter des Geschriebenen zuwenden, wenn wir uns unseres Gewahrseins bewusst werden und spüren, dass wir aus unseren Augen herausschauen und lesen (Wahrnehmung richtet sich auf ihre eigene Quelle). Dann nehmen wir so etwas wie unseren Energiekörper wahr, Präsenz, AnWesenheit, Wachheit…
Wer ist jetzt gerade wach und liest das alles? (Wer atmet, teilt Zellen…?) Wenn wir zu diesem Blickwinkel wechseln, können wir uns des „inneren Raumes” gewahr werden, der alles beobachtet, des inneren Zeugen allen Geschehens, wie oft gesagt wird. Es ist die Leinwand, auf der der Film des Lebens spielt; die Bühne, auf der das Spiel unseres Erlebens erscheint. Und diese Leinwand, dieser Zeuge, diese Bewusstheit ist in sich selbst rein und klar. Sie besitzt eine Qualität von berührbarer Unberührtheit und Freiheit von jeder Form. Diese Freiheit ermöglicht es erst, dass jeder Inhalt unseres Erlebens im Lichte der Bewusstheit erstrahlen kann. Und diese Leinwand erscheint leer und weit, unendlich weit, um die vielen Inhalte unseres Erlebens fassen zu können.
»Raumunendlichkeit«, »Bewusstseinsunendlichkeit« oder »leere Weite« nennt man diese Qualität im Buddhismus.
Überhaupt erscheint dieses Bewusstsein eher räumlich, so dass es häufig auch als transpersonaler Bewusstseinsraum beschrieben wird. Dieser Raum ruht in sich selbst, er trägt in sich selbst einen gewissen Frieden und eine Stille. Er ist wie ein leerer Spiegel, ein offenes Gefäß, das sich von allen Erscheinungen erfüllen lässt. Somit besitzt er eine vollkommene Empfänglichkeit und Durchlässigkeit.
In diesem Raum erleben wir uns sensitiv, medial für feinstoffliche Energien, Kräfte und Wissen, das über den Verstand hinaus geht. Durch diese Offenheit und Empfänglichkeit werden auch die Wesenszüge anderer Menschen unmittelbar erfahren.
Im Kern sind die Merkmale transpersonalen Bewusstseins: Präsenz, Freiheit, Leere und Weite, Stille, ästhetisches Empfinden, Güte, Verbundenheit und Offenheit für heilende Qualitäten – in der Essenz: Liebe. Dies sind eigentlich die Grundeigenschaften unserer Seele. Sie werden dem zugeschrieben, was das menschliche Wesen ausmacht, das auch »das höhere Selbst«, »das wahre Selbst« oder »die Essenz« genannt wird.

Spirituelle Wege und so genannte transpersonale Schulen haben unterschiedliche Worte für das Gleiche. Sie wollen helfen, transpersonale Bewusstseinszustände zu wecken ohne aus dem Alltag und der Verantwortung zu fliehen. Letztlich geht es um ein erwachen des Zustandes, der allen persönlichen, individuellen Modifikationen voraus geht. Aus diesem Raum / Sein heraus zu leben, verändert die Persönlichkeit bzw. alle Lebensbereiche.
Und eine solche Veränderung der Persönlichkeit meint die Entwicklung von der personalen zur transpersonalen Natur.

Die Wandlung dessen was wir „Ich“ nennen, von der personalen zur transpersonalen Natur ist ein “Prozess des Aufwachens”. Eine gesunde personale Identität ist entfaltete Individualität und Beziehungsfähigkeit. Sie hat die Fähigkeit zur Selbstverwirklichung, zur Authentizität, zur Selbstentfaltung und Selbstverantwortung. Die reife Individualität hat die Opferperspektive aufgegeben und übernimmt Verantwortung für die eigenen Reaktionen auf die innere und äußere Welt. Beziehungsfähigkeit bei einer personalen Identität meint, den Anderen als »Du« wahrzunehmen, als eigenständiges Subjekt, das sich selbst als »Ich« erlebt. So sind Dialoge zwischen abgegrenzten Individuen und Begegnungen möglich. Und es entstehen Erfahrungen des “Wir”, in einer Partnerschaft, Familie oder größeren Gemeinschaft. Aus dieser Erfahrung der Koexistenz, des gemeinsamen, gegenwärtigen Lebens entsteht Mitverantwortung für die anderen Menschen und die Welt.
Diese Persönlichkeitsstruktur, an der wir arbeiten, deren Reifung zu einem erfüllten, liebesfähigen Ich führt, wird zunehmend durch transpersonale Erfahrungen, wie anfangs beschrieben transzendiert. Diese Erfahrungen verlagern schließlich das Zentrum unseres handelnden Seins, vom Ich zu unserem “überpersönlichen Selbst”, das der „innere Steuermann oder die innere Steuerfrau wird“. Unsere Seele aber ist transpersonal, sie ist offen in zweierlei Richtungen: zur Welt hin (zu unserem Körper, unseren Gefühlen, unseren Gedanken, den anderen Menschen, den vielfältigen Erscheinungen) und ebenso zum Ursprung, zur Quelle, zum Transzendenten, zum Unbekannten und Mysteriösen.

Das Endliche trifft das Unendliche
Ein Bild: Stell dir vor, Du lebst als Fisch in einem großen Aquarium. Dieses Aquarium schwimmt im Ozean. Der Fisch kann mit dem Aquarium um die ganze Welt schwimmen und sich dann glauben, mit Neuem in Berührung gekommen zu sein. Transpersonale Erfahrungen wären in diesem Bild, die Glaswände durchlässiger werden zu lassen…

Dies ist ein von mir überarbeiteter Text über transpersonale therapeutische Arbeit, den ich der SpiegelHerz – Gruppen und Einzelarbeit angepasst habe. Er enthält Auszüge aus dem Original-Text von Dr. Galuska, mit dem schönen Titel: „Der weite Raum hinter den Dingen“ und ist im Internet zu finden. Ich bin froh und dankbar, auf diesen Text gestoßen zu sein.
Stephan Bissart.